, Christiane Ulderup

Projekt ViWa - Dialog Waldnutzung HSLU

Die HSLU Soziale Arbeit möchte einen Dialog mit verschiedenen Nutzergruppen des Waldes führen und Verständnis für die verschiedenen Bedürfnisse und Anliegen schaffen.

Das Forschungsprojekt ViWa der Hochschule Luzern untersucht, wie sich verschiedene Nutzergruppen im Wald bewegen und wie gegenseitiges Verständnis gefördert werden kann. Ziel ist es, die Erholungsnutzung besser zu steuern, störungsarme Gebiete zu erhalten und den Dialog zwischen den verschiedenen Interessengruppen zu stärken. Gerade weil der Wald von sehr unterschiedlichen Gruppen genutzt wird, können dabei auch Konflikte entstehen. Anfangs März hat in Sursee ein Dialog stattgefunden.  Teilgenommen haben Vertreterinnen und Vertreter aus Naturschutz, Holzwirtschaft und Jagd. Christiane Ulderup von MOUNTAINBIKE LUZERN hat die Sicht der Biker:innen vertreten und gibt uns einen Einblick in die Diskussion.

Die Diskussion zeigte schnell, wie unterschiedlich die Vorstellungen sind. Zwei der vertretenen Gruppen würden am liebsten rasch in den Vollzug gehen – etwa mit Bussen für Bikende auf «illegalen» Trails oder für Hündeler, Pilzsammler, Rösseler abseits der Wege.

Umso erfreulicher war, dass MOUNTAINBIKE LUZERN von mehreren Seiten Unterstützung erhielt. Verschiedene Stimmen betonten, dass zuerst Lenkung und attraktive Angebote für die unterschiedlichen Nutzergruppen geschaffen werden sollten, bevor primär auf Verbote und Bussen gesetzt wird.

Doch die Diskussion war zeitweise ernüchternd: Viele eingebrachte Ideen wurden sofort mit Einwänden gekontert. Es entstand der Eindruck, dass das Interesse an der gemeinsamen Lösungsfindung nicht bei allen gleich gross ist. Gerade deshalb war es umso wichtiger zu sehen, dass es auch Stimmen gibt, die auf Dialog und konstruktive Ansätze setzen.

Angesichts der Situation im Wald – das Baumartenverhältnis entspricht vielerorts nicht dem für Schweizer Wälder angestrebten Zustand , und Fichten vermehren sich stellenweise reichlich – brachte ich einen Vorschlag ein:  «Man könnte eine solche Fläche doch für eine Saison offiziell als MTB-Trail freigeben. So würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Mountainbiker dürften legal schaufeln und sägen, und das Fichtenproblem wäre gleich mitbearbeitet.» Der Vorschlag sorgte immerhin für einige Lacher.

Die Diskussionen werden uns also noch eine Weile begleiten. Wir bleiben dran – möglichst mit Humor, denn der bringt bekanntlich oft weiter als Verbissenheit.

Ich verabschiede mich mit dem Lieblingszitat aus meiner Teenagerzeit
«Der Reiz des Verbotenen liegt darin, es sofort zu tun, denn morgen könnte es schon erlaubt sein»
RIDE ON
Chris