Offener Brief
Wir sind irritiert und verärgert: Ohne Einbezug von MOUNTAINBIKE LUZERN wurde im Stösswald eine Tafel aufgestellt, die illegale Trails anprangert und mit polizeilichen Kontrollen droht. Deshalb haben wir am 30.04.2025 an die involvierten Organisationen einen offenen Brief geschrieben. Hier ist der genaue Wortlaut:
Offener Brief an die Revierjagd Luzern, das Stadtforstamt Luzern, die Korporation Luzern, Kriens Natur, die Jagdgesellschaft Höchberg sowie die zuständigen Stellen im Kanton Luzern
Sehr geehrte Damen und Herren
Mit grosser Verwunderung und wachsender Frustration haben wir die kürzlich im Stösswald aufgestellte Hinweistafel sowie die begleitende Kommunikation zur Nutzung durch Mountainbiker zur Kenntnis genommen. Der darin enthaltene Appell zur Rücksichtnahme auf die Natur ist richtig und wichtig – keine Frage. Was uns jedoch irritiert und enttäuscht, ist das Vorgehen und die Kommunikation gegenüber unserer Organisation und der gesamten Bike-Community.
MOUNTAINBIKE LUZERN ist vom Kanton Luzern beauftragt, die Interessen der über 40'000 Mountainbikerinnen und Mountainbiker im Kanton zu vertreten. Mit über 1600 Mitgliedern sind wir eine wachsende und engagierte Community. Doch obwohl wir Teil der offiziellen Strategie MTB-Lenkung Kanton Luzern sind, wurden wir bei der Entwicklung am Pilatus-Nordhang nicht mehr einbezogen. Der mit unserer Hilfe veranstaltete Workshop zum Thema Pilatus-Nordhang liegt über zwei Jahre zurück. Seitdem herrscht Funkstille. Wir wurden nicht über die aktuellen Entwicklungen informiert – geschweige denn ernsthaft in eine Diskussion eingebunden.
Gleichzeitig häufen sich Wegsperrungen, Warnschilder und öffentliche Botschaften, die nicht mit uns abgesprochen sind. Das ist nicht nur enttäuschend, sondern auch schädlich für den dringend nötigen Dialog zwischen den Nutzergruppen. Es untergräbt unser Engagement, unseren Beitrag zur Sensibilisierung – und am Ende das gemeinsame Ziel: ein respektvolles Miteinander von Natur, Erholung und Sport.
Deshalb sagen wir klar und deutlich:
- Nur mit einer starken, eingebundenen Bike-Community lassen sich nachhaltige Lösungen schaffen.
- Illegale Trails sind ein Symptom – nicht das Problem. Wer bestehende Weginfrastruktur sperrt, fördert den unkontrollierten Wildwuchs von neu entstehenden Wegen.
- Wir stehen jederzeit für konstruktive Gespräche zur Verfügung und erwarten, dass wir bei relevanten Vorhaben verbindlich und frühzeitig einbezogen werden.
Wir glauben an die Koexistenz. Aber Koexistenz entsteht nicht durch Verzicht – sondern durch Kooperation. Und diese muss gewollt und gelebt werden.
Wir bitten um eine Stellungnahme zu den aktuellen Entwicklungen – und vor allem um eine Einladung zum Gespräch. Wir sind bereit.
Mit sportlichen Grüssen
MOUNTAINBIKE LUZERN
Andy Stalder
Präsident